06 - Die ehrwürdigen Hallen von Raya Lucaria

Ashenhand

06 - Die ehrwürdigen Hallen von Raya Lucaria

Ashenhand, Video 5

Ashenhands Reise durch die ehrwürdigen Hallen von Raya Lucaria verlief überraschend ruhig. Zu Beginn wagte er sich auf den Pfad der zwei Peitschen, in der Hoffnung, darin eine neue Stärke zu entdecken. Doch so sehr ich diesem Kampfstil auch eine Chance geben wollte, wollte sich sein Vorteil mir nicht wirklich erschließen. Vielleicht fehlte mir einfach noch die nötige Übung, vielleicht war es schlicht nicht der Weg dieses Wanderers. So kehrte ich schließlich zu Schild und Peitsche zurück. Die mit Feuer durchtränkte Waffe erwies sich dabei als treuer Begleiter und ließ viele Gegner unter ihren brennenden Hieben ins Wanken geraten. Selbst der Rote Wolf von Radagon stellte sich als weit weniger bedrohlich heraus als erwartet. Ob es Können oder lediglich ein günstiger Augenblick des Schicksals war, vermag ich nicht zu sagen, doch der Kampf verlief überraschend souverän.

Mit jedem besiegten Gegner drängte sich jedoch eine andere Frage immer stärker in den Vordergrund. Wohin soll sich Ashenhand eigentlich entwickeln? In der Hoffnung, eine Antwort im verbotenen Blut zu finden, verstärkte ich den Staff of the Guilty und gab den Thorn Sorceries eine weitere Gelegenheit, sich zu beweisen. Ihr Schaden war keineswegs so schwach, wie ich zunächst angenommen hatte, doch der Vergleich mit einem schlichten Dolch, versehen mit Blutung und Feuer-Affinität, fiel ernüchternd aus. Der Dolch ist schneller, sicherer und in den meisten Situationen schlicht effektiver. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, die Dornenzauber nicht aus Überzeugung einzusetzen, sondern nur, damit sie überhaupt ihren Platz in diesem Abenteuer fanden. Jeder Zauber fordert Blut, verlangt Mut und öffnet den Anwender für einen Gegenangriff, doch die Belohnung fühlt sich dem Opfer nur selten angemessen an. Vielleicht offenbart sich ihre wahre Stärke erst mit den richtigen Talismanen oder auf einem späteren Abschnitt der Reise. Noch ist dieses Kapitel nicht abgeschlossen.

Nach Rennalas Fall durchstreiften wir die letzten Winkel der Akademie, bargen ihre vergessenen Schätze und ließen uns schließlich von der eisernen Jungfrau bis in die Tiefen des Vulkan Manor verschlingen. Am Ende dieser Reise blieb weniger der Triumph über eine besiegte Halbgöttin als vielmehr die Erkenntnis, dass Ashenhand seinen eigenen Weg noch immer sucht. Vielleicht liegt die Dornenzauberei nicht im Herzen dieses Wanderers. Vielleicht ist sie nur eine Versuchung auf einem Pfad, der noch im Nebel verborgen liegt. Die Gnade zeigt den Weg nicht immer sofort – manchmal verlangt sie nur den Mut, weiterzugehen.

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